ALLES AUSSER GEWÖHNLICH

Tagein, tagaus, immer im selben Trott. Wir gehen unseren Gewohnheiten nach. Warum auch nicht? Schließlich ist der Mensch von Natur aus faul. Aber Gewohnheiten hindern uns daran, dass wir unsere Ziele verfolgen und erreichen. Der Grund: Wenn wir unseren Gewohnheiten nachgehen, verwenden wir einen Teil des Gehirns, der wiederum aber nicht für das Erreichen von langfristigen Zielen zuständig ist. Schauen wir uns das Hirn mal genauer an: Das menschliche Gehirn hat sich über Millionen von Jahren entwickelt. Der primitive Hirnstamm sitzt am Ende des Rückenmarks und ist der stammesgeschichtlich älteste Teil des Hirns. Unsere Vorfahren hatten nur drei Ziele: Essen, Fortpflanzung und Überleben. Der Mensch konnte sich nur auf seine Intelligenz verlassen.

Er war nicht sonderlich schnell oder hatte scharfe Zähne wie ein Tier.
Das primitive Hirn entwickelte sich derart, dass der Mensch diese drei Ziele erreichen konnte.

Es steuert also unsere primären Antriebe: Essen, Sex und Überleben. Im Gegensatz dazu steht der präfrontale Cortex unseres Gehirns. Er ist u. a. für unsere Selbstkontrolle zuständig. Dieser Teil des Hirns entwickelte sich erst nach vielen Jahren, in denen der Mensch versuchte, alleine klar zu kommen. Da es aber in der Gruppe einfacher war, die drei primären Ziele zu erreichen, schloss er sich zu mehreren zusammen. Das bedeutete aber, dass er sich um des lieben Friedens willen an gewisse Regeln halten musste. Beispielsweise nicht das Essen eines anderen zu stehlen oder jemandem die Frau wegzunehmen. Damit der Mensch diese Regeln, die konträr zu seinen natürlichen Trieben gingen, nicht brach, musste er eine neue Art von Intelligenz entwickeln. Und diese beinhaltete die Selbstkontrolle. Der Mensch musste also seine primitiven Triebe für höhere Ziele überwinden.

Wir erleben also einen ständigen Kampf zwischen unseren kurzfristigen Wünschen und unseren langfristigen Zielen. Es liegt an unserer Selbstkontrolle, die Folgen unserer Wünsche abzuwägen und die Entscheidungen zu treffen, die uns auf lange Sicht helfen. Gewohnheiten entstehen im primitiven Hirn. Dafür müssen wir nicht großartig nachdenken. Wenn wir also versuchen, mit unseren Gewohnheiten ein langfristiges Ziel zu erreichen, sprechen wir den Teil unseres Gehirns an, der nur für kurzfristige Wünsche zuständig ist, aber nicht für höhere Ziele. Ergo: Mit Gewohnheiten kommen wir nicht ans Ziel. Wie aber dann? Ganz einfach: mit Neugierde. In einem Experiment, das wir von Stepout neulich unterstützt haben, wurden die Teilnehmer aufgefordert, ihr Laster Rauchen genau zu beobachten. Einem Teilnehmer wurde bewusst: „Rauchen stinkt nach Käse und schmeckt nach Chemikalien.“ Er hatte auf kognitiver Ebene entschieden, dass Rauchen schlecht für ihn war und war fortan nicht mehr von seiner Gewohnheit gefesselt. Wenn wir müde und gestresst sind oder eine schwierige Entscheidung fällen müssen, dann neigen wir dazu, in unsere alten Gewohnheiten zu fallen. Neugierde hilft uns dabei, neue Erfahrungen zu machen. Der präfrontale Cortex wird dabei angesprochen. Wir denken, wir reflektieren und damit erreichen wir auch unsere höheren, langfristigen Ziele.

Feel Neugier
Euer Ralf

4. Mai 2019

Wir verwenden Cookies, um unsere Webseiten für Sie nutzerfreundlicher gestalten zu können. Wenn Sie auf den "Akzeptieren" Button klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen