MERRY CHRISTMAS, MR. PRÄSIDENT

MERRY CHRISTMAS, MR.TRUMP

Es ist nur so ein Gefühl. Würde dieses Gefühl aber die Geschichte der vergangenen vier bis fünf Jahrzehnte zusammenfassen, läse sich das so: Es war einmal meine schöne, heile Welt. Eine, die mir tolle Filme geschenkt hat. Amerika war das Land meiner Träume, in das ich mit dann 22 Jahren das erste Mal für 6 Wochen reiste. Schon aber bald bewusst wahrnahm, was der unterschied von Realitäten und Träumen ausmacht. Im Weiteren dann: Die Mauer war gefallen, der Kommunismus gefühlt besiegt, immer mehr Menschen verstanden was Unabhängigkeit meint. Schnell verbreiteten sich die ach so liberalen Werte von Demokratie, Rechtsstaat, Gleichheit. Aufbruch in eine globale Ausrichtung. Die Zahl der atomaren Waffen war von den Supermächten Amerika und Russland begrenzt worden. Ich hatte das Gefühl von „Positivismus“ im Herzen. Ich bin natürlich schon auch gewahr geworden, dass die Medaillen immer zwei Seiten hatten. Aber „Once uponer time in America… war für mich Realität.

Make America strong again
Irgendwann dann, kamen Sie Mr. Trump. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Ängste und Sorgen mehren sich. Eskalieren in persönlichen Attacken. Niemand ist ihnen wirklich wichtig. Ach nein, ich vergesse ja sie selbst. Sie befeuern einen Krieg der Atommächte Indien und Pakistan? Durch sie kurbelt der Iran sein Nuklearprogramm wieder hoch. Dreht Kim Jong Un, „der RocketMen“ doch mal durch? Indirekt erzeugt: Schickt China seine Truppen doch noch nach Hongkong? Allianzen zerfallen, Verträge werden aufgekündigt, Partner beschimpft. Die Klimaproblematik gibt es nicht, ist eine Verschwörung des Establishments, richtig? Jeder gegen jeden, heißt die Devise. Möge der Stärkere gewinnen. Nicht wahr? Upps, da ist aber irgendwas missverstanden worden. Darwin entdeckte nicht den „Survival of the strongest“, stimmt’s? Er beobachtete den Survivals off the fittest. Meint wohl eher – gesund, schnell, wendig, clever, vorrausschauend, antizipierend, wahrnehmend. Sind sie das Mr. Trump? Machen sie „America fit again“?

Nicht Blauäugig oder Rosarot bebrillt
Ich bin bestimmt nicht blauäugig oder trage rosarote Brillen. Heil war die Welt in den 50 Jahren nie. Mauerfall war gefolgt von Balkankrieg, Irakkrieg, Somaliadebakel, die Terroranschläge vom 11. September 2001, Afghanistan- und folgendem Irakkrieg, der arabische Frühling der zum arabische Winter mutierte, das Morden in Syrien, der Aufstieg der europäischen Rechtspopulisten, die Machtausdehnung aller Autokraten von Wladimir Putin bis Recep Tayyip Erdogan, Brexit ausstehend, die Flüchtlingskrise. All das gelang auch ohne ihr Zutun, Mr. Präsident. Aber festzustellen ist eine Entwicklung. Eine Aufnahme von gewaltiger Dynamik. Mit brachialer Gewalt zerstören sie alles Erbe ihrer Vorgänger. Sie treten die amerikanische Verfassung mit Füssen, treiben ihr eigenes Volk in die Spaltung. Verhöhnen sogar 16-jährige Mädchen und lassen sich von auf die Palme bringen. Übrigens, auch um ihr langfristiges Leben macht sie sich Gedanken, diese Jugend von heute.

New Deals
So durchsichtig ihre Aktionen, so zerstörerisch sind ihre (Ver)Handlungen. Bekommen Sie mit, dass auch in ihrem Lande die Trockenheit Katastrophen befeuert. Das Fracking Menschen krank macht. Ihre liebgewonnene ARA einen Bürgerkrieg möglich machen hilft. Das mehr und mehr Hass in ihrem Land an Boden gewinnt. Dass die unbegrenzte Freiheit, nur noch für die Eliten eine Wahrheit in sich birgt. Wissen Sie noch? „Wann werden Sie merken, dass sie Ihr Geld nicht essen können? Ach ja, sie haben ja genug davon, dass sie sich was dafür kaufen können. Oder ist das alles Fake-News und sind das alternative Fakten? Oder ist wieder alles ganz anders? Es gibt ja diese kleine Anekdote. Sie zu ihrer Tochter, Ivanka: „Ivanka, der Penner da, der vor meinem Tower sitzt, besitzt wahrscheinlich ca. 8 Milliarden Dollar mehr, mehr als ich!“ HiHiHi. Lustig, aber nicht wahr, oder? Die Steuererklärung wird uns dann vielleicht einen Einblick liefern, mal sehen.

Never mind „America first.“
Ein „Zweiwortsatz“, den sie Herr Präsident von Milliarden Menschen hätten unterschrieben bekommen, so denn sie in ihrer Jugendzeit eine Weltbefragung durchgeführt hätten. Wir (alle) hätten auf die Frage danach, wohin wir am liebsten mal zuerst reisen würden geantwortet: „America first.“ Wir können darüber trefflich diskutieren, ob das Vorgehen von Barak Obama als Vorgänger gut oder weniger gut war. Er hat das Atomabkommen mit dem Iran geschlossen, sich um Ausgleich mit der islamischen Welt bemüht, sich als ausgleichenden Faktor in der zunehmend spannungsreichen pazifischen Region, dem Nahostkonflikt und dem fragilen Gleichgewicht der Kräfte zwischen Indien und Pakistan. Er scheute vielleicht das Risiko, zog rote Linien, ohne die Übertretung zu ahnden. Sie als sein Nachfolger im Weißen Haus werten das als ein Zeichen von Schwäche. Aber wissen sie noch? „Survivals of the fittest – ist Trump“. Ach nein, „Trumpf“ Kleine aber feine Unterschiede. Sie als deutschstämmiger, wissen sicher um die Feinheiten.

Wo ist der Plan?
Was ich vermisse ist ein Plan? Eine Strategie. Mindestens aber ein sinnvolle Taktik die vielleicht einen großen Plan erkennen lässt. Vielmehr aber erkennbar sind: Internierungen von Müttern und Vätern getrennt von ihren Kindern. Ahnen sie woran mich das erinnert? Sie ziehen Amerikas einflussnehmende Hand zurück, fachen Scharmützel an und muss zusehen, wie ihre Kontrahenten unbeeindruckt auf Zeit Teheran fahren das Atomprogramm wieder hoch. Israel findet nicht mehr zur spielen. Die NATO, als Sicherheitsgarant, ist in ihren Grundfesten erschüttert. Kim Jong Un testet weiter Raketen, die Taliban lachen sich ins Fäustchen, Mullahs in Führung. Die Straße von Hormus wird mehr und mehr zum Piratenweg. Indien beendet die Autonomie von Jammu und Kaschmir, China übernimmt selbstbewusst den Handels-Fehdehandschuh und vielleicht in naher Zukunft ihren Augapfel, die Leitwährung. Geht es ihnen wirklich nur um die nächsten 4 Jahre Präsidentschaft? Glauben sie wirklich, dass sie nach geglückter Wiederwahl die Verfassung ändern können und ihr tausendjähriges Reich proklamieren können? Das traue ich auch ihnen Mr. Trump, bei aller Strongness, nicht zu. Da möchte ich an die Überzahl der unverblendeten „Amy*s“ glauben die sich in den Köpfen der Amerikaner befinden.

(*Amy, ist hier als Verniedlichung der Amygala in menschlichen Stammhirnen gemeint.)

Trau dich mal wieder
Ich bin nur ein kleiner Unternehmer aus dem „Good Old Germany“ (Vorsicht verwechseln sie nicht Größe und Länge). Ein Futurist für #NewLeadership #newwork #Mindset #talentdiagnostik und vielleicht aber auch ein Mann der sich und seiner Meinung noch traut. Bestimmt einer, der sich um die Talente von Menschen bemüht und vielleicht auch etwas davon versteht. Ich habe mich entschieden, meine Weihnachtspost in diesem Jahr an sie persönlich zu richten Mr. Trump. Ja, diesmal werden meine Freunde und Bekannte nicht mit meinen persönlichen Erfolgen für 2019 bestückt. Dieses Feld füllen sie, Mr. Trump, besser aus.

Was würde ich mir gerne wünschen? Ich weiß, sie sind der Präsident und nicht der Weihnachtsmann. Wenn etwas allerdings auf meiner Wunschliste zum Tragen käme, dann vielleicht ein Mehr oder sogar ein Meer an: Achtung. Toleranz. Respekt. Nachhaltigkeit. Menschlichkeit. Verbindlichkeit und vielleicht wahrhaftige Freundschaft und Liebe. Naiv?

Merry Christmas, Mr. Präsident.
Ralf Käppler

PS.: Ich freue mich, wenn sie liebe Nett-Worker*innen, mich unterstützen und diese Botschaft vielleicht sogar viral gehen lassen. Ggf. sogar bei Mr. Präsident ankommt. Youtuber*innen und Influenzer*innen inspiriert werden, Bands tolle Rapps kreieren. Ich bedanke mich für die faktische Unterstützung durch Freunde und liebe Bekannte, die in Diskussionen an Lagerfeuern und an schönen Abenden meinen Blick weiter geschärft haben. Mein Dank geht insbesondere an Malte Lemming, der mich durch seine Kommentare der Vergangenheit zu dieser Post inspiriert hat. DANKE.

22. Dezember 2019

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