NLP UND VERGEBEN

Wenn uns durch Andere Widriges zustößt, so gelingt es uns nicht immer, das mit Gelassenheit als Schicksalsschlag hinzunehmen. Ich erlebe in vielen Coachings, das es um Schuld geht, um unverzeihliches, um (tiefe)Verletzungen. Wir sehen eine Fahrlässigkeit, eine rücksichtlose Behandlung, eine Bösartigkeit. Wir sind zornig und hadern mit den Konsequenzen des Geschehenen. Rachegedanken vergiften uns und wir haben keinen Zugang mehr zur Objektivität. Jeder NLPler weiß, dass wenn wir an einem Gefühl anhaften, jedweder Art, ein klarer Gedanke oder eine echte Objektivität der Bewertung auszuschließen ist.

Das Geheimnis: Zeit muss vergehen, bis wir über die Frage, ob Verzeihen möglich ist, überhaupt nachdenken können. Ohne eine glaub­hafte Äußerung des Bedauerns ist die Tür zum Verzeihen für viele von uns blockiert.

Dabei sollte es nicht darauf ankommen. Denn wer darauf wartet, bleibt oft allein in seinem Sumpf aus Wut und Rachsucht stecken. Das ist genau wie Rattengift, das uns aber letztlich nur selbst verpestet: unsere Gedanken- und Gefühlswelt, die durch das Gift benebelt und behindert sind, die sich dadurch nicht lösen, nicht weiterentwickeln und neuen Dingen zuwenden können. „Im Verzeihen des Unverzeihlichen ist der Mensch dem wahren menschlichen Sein am nächsten“, ich empfehle uns also – Gnade vor Recht, schon allein aus Selbstschutz.

Aber wie? NUN, Schrittweise vorgehen!

Es könnte so leicht sein. Würde es mit dem Verzeihen im Hauruck-Verfahren gehen, wäre die Sache deutlich einfacher. Es erfordert aber zumeist ein sehr langsames, fast mildes Vorgehen, damit wir das Erfahrene wirklich loslassen können.

Gestehen wir uns also ganz bewusst zu, dass das mit dem Verzeihen nicht immer gleich auf Anhieb klappt. Je tiefer die Wunde ist, desto länger braucht oft, um vergeben zu können.

Nehmen wir uns also Zeit und schimpfen nicht mit uns selbst, wenn wir merken, doch noch Groll da ist. Das ist vollkommen menschlich. Indem wir diese Regungen ernsthaft annehmen, aber unbeirrt weiter arbeiten wird es uns immer leichter gelingen.

Nehmen wir uns einmal etwas Zeit und Ruhe und überlegen wir, was und wem Sie ganz persönlich alles zu verzeihen haben. Erstellen Sie eine Liste von Dingen:

  • für die Sie heute noch auf jemanden wütend sind,
  • die Sie verletzt haben und die heute noch schmerzen,
  • die Sie einfach nicht vergessen können und die noch immer an Ihnen nagen,
  • für die Sie am liebsten Rache nehmen möchten
  • …und ähnliches.

Manches wird sich schon erledigen, wenn Sie es auf der Liste schreiben – denn es kommt auch vor, dass wir innerlich schon längst damit abgeschlossen haben. Glaubensätze die wir dabei allerdings entwickelt haben machen uns eben glauben, nicht verzeihen zu können. Vielleicht können Sie über manche Punkte inzwischen sogar lachen. All DAS, streichen wir dann einfach durch.

Manches wird Sie schmerzen, wenn Sie daran denken. Mit diesen anstrichen arbeiten Wir weiter. Auch wenn wir Verletzungen oft jahrelang mit uns herumtragen und selbst wenn wir auch schon x-mal darüber geredet haben, ist es empfehlenswert, sich die ganze Sache einmal gezielt von der Seele zu schreiben.

Unterschätzen wir hier nicht die Wirkung des geschriebenen Wortes. Das Niederschreiben hat eine andere Wirkung als das Sprechen. Wenn wir schreiben, schöpfen wir oft aus tieferen Schichten unserer inneren Landkarte heraus.

Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe und gehen Sie zurück in die Situation, die für Sie auch heute noch so schmerzlich ist. NLPler machen das sogar so sinnesspezifisch das VAKOG hier eine wichtige Rolle spielen. Beschreiben Sie, was genau geschah. Schreiben Sie auf, was in Ihnen vorging. Was das Schlimme war, was Ihnen angetan wurde.

Sie können das Ganze auch als Brief verfassen – adressiert an die Person, der Sie noch nicht verzeihen können. Drücken Sie ruhig alle Ihre Vorwürfe deutlich aus – Papier ist geduldig. Sie brauchen, nein, Sie sollten möglichst nichts zensieren, denn alles was in Ihnen ist, darf jetzt einmal raus. Und dann: Begraben wir diesen Zettel. Dieses symbolische Beerdigen des Geschriebenen kann eine sehr befreiende Wirkung haben. Ja, verbrennen geht auch, aber meine persönliche Empfindung ist, das das Beerdigen etwas Rituelles in sich trägt und wir haben danach sogar einen Ort, der uns zum Rückerinnern an eine wichtige Arbeit taugt.

Feel Spaß
Ralf

30. März 2018

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